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Peter Schreiber

Studioleiter, WDR
Nairobi

Ich glaube, es war das Licht, das mich zuerst fasziniert hat. Dieses weiche, samtene Licht, wie man es in Afrika morgens und abends erleben kann. Nur kurz, kaum eine halbe Stunde lang – am Übergang zwischen grellem Tag und dunkler Nacht. 
Die Gegensätze sind riesig, die Zwischentöne in Afrika eher selten. Das macht uns Europäern auch das Verstehen so schwer. Und das liegt nicht nur an den über 1000 eigenständigen Sprachen auf dem afrikanischen Kontinent. Aber müssen wir immer alles verstehen? Reicht es nicht, wenn man Gegensätze aufgreift und stehen lässt; Einblicke gibt statt den berühmten Überblick? 

Als Korrespondent will man dem Land und den Menschen, über die man berichtet, möglichst nahe kommen. Und diese Erfahrungen dann den Menschen zu Hause vermitteln. Genau das habe ich als Korrespondent getan: in New York, Moskau und Brüssel. In Afrika ist das ungleich schwerer. Denn als Weißer ist man immer ein Außenseiter – einfach mal in der Masse untertauchen, geht nicht. Das macht Afrika auch so spannend, zu einem Kontinent des Abenteuers und der ständig neuen Zerreißproben. Aber zum Glück gibt es ja das Licht und – nicht zu vergessen – das afrikanische Lachen. So herzhaft, so unverwüstlich, dass es einen mit allem versöhnt.

Zur Person
Geboren bin ich in Frankfurt am Main und habe Publizistik, Volkswirtschaft und Slawistik studiert. Bei der „Frankfurter Neuen Presse“ war ich Nachrichten-redakteur (1981-83), bei SWF 3 in Baden-Baden Hörfunk-Redakteur (1985-88) und beim SWR Mainz TV-Redakteur (1988-91). Zwischendurch hat es mich immer wieder in die Ferne gezogen: als Korrespondent nach New York (1983-85), Moskau (1991-96) und Brüssel (1996-98). Seit 1998 bin ich beim WDR: als Moderator, Redakteur und Reporter des ARD-Morgenmagazins; sowie in den Programmgruppen Ausland und Zeitgeschehen aktuell.
Seit Juli 2008 bin ich Afrika-Korrespondent in Nairobi.