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Richard Klug

Studioleiter, SWR
Johannesburg

Es war wie nach Hause kommen. Seit Januar 2021 bin ich – wieder – in Johannesburg. Es ist das zweite Mal, dass ich Korrespondent für das südliche Afrika bin. Das erste Mal war von 2006 bis 2010 gewesen, für mich persönlich ganz herausragende Jahre. Nelson Mandela noch persönlich kennengelernt, die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika miterlebt.

Vieles ist anders geworden seither. Nelson Mandela lebt nicht mehr, die Pandemie hat auch die Länder unseres Berichtsgebietes verändert. Zum Beispiel Südafrika: die Stimmung ist schlechter geworden. Südafrika hat 2020 mit die schärfsten Lockdown-Regeln weltweit verhängt. Folgen auch: die Wirtschaft schwächelt; die Arbeitslosigkeit schießt in Schwindel erregende Höhen; der internationale Tourismus liegt am Boden. Kein Wunder, dass die Stimmung schlechter geworden ist.

Vieles ist aber auch gleichgeblieben. Die grundsätzliche Freundlichkeit der Südafrikaner jeglicher Hautfarbe gegenüber Menschen aus fernen Ländern. Das wunderbare Wetter. Die wundervollen und imposanten Landschaften. Leider aber auch die träge Bürokratie. Ganz langsam, in winzigen Schritten, könnte es aufwärts gehen – hoffentlich. Südafrika hat unter dem früheren Präsidenten Jacob Zuma eine dramatische Nach-unten-Entwicklung erlebt. Unter Cyril Ramaphosa, seit 2018 im Amt, kommt langsam Besserung in Sicht – quälend langsam, aber immerhin.

Nach der Pandemie wird in unserer Berichterstattung der Klimawandel eine wichtige Rolle spielen. Sei es der Zustand der Ozeane vor den Küsten Angolas, Namibias, Südafrikas oder Mosambiks. Sei es die extreme Dürre in vielen Teilen des Berichtsgebietes. Sei es die Bedrohung der wunderbaren Tier- und Pflanzenwelten in Botswana. Aber auch politische Umwälzungen werden eine Rolle spielen: Sambia hat in einer demokratisch vorbildlichen Weise einen Regierungswechsel erlebt. Im Norden Mosambiks bedrohen selbsternannte Islamisten den Frieden. In Eswatini, dem früheren Swasiland, rebelliert die Jugend gegen einen absolutistischen Monarchen.

Zu berichten gibt es genug. Ich freue mich, wieder hier zu sein.