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Rio de Janeiro Fernsehen

Im April 2005 ist das für Südamerika zuständige ARD-Studio von Buenos Aires nach Rio de Janeiro umgezogen.
Seit den Anfängen im März 1972 in Buenos Aires hat sich im Berichtsgebiet viel verändert. Damals kämpften linke Guerillas gegen ultrarechte Schwadronen. Dann beherrschten Militärjuntas den Kontinent. Sie ließen Andersdenkende foltern, entführen und verschwinden. Der Kalte Krieg zwischen den Großmächten eskalierte auf diesem Kontinent zur blutigen Realität.

Erst in der Folge des Falklandkrieges zwischen England und Argentinien (1982) gingen die Militärs nach und nach in die Knie. 1989 verließ General Alfredo Stroessner von Paraguay sein Land. 1990 kehrte Chile nach über 17 Jahren Militärherrschaft unter Augusto Pinochet zur Demokratie zurück.

In den achtziger und neunziger Jahren rollte eine Welle der wirtschaftlichen Liberalisierung über den Kontinent hinweg. Von der Privatisierung ehemaliger Staatsbetriebe profitierte aber häufig nur die politische Elite. Die Länder Südamerikas blieben durch eine hohe soziale Ungleichheit geprägt.

Die Korruption grassierte, Vetternwirtschaft höhlte Rechtsstaaten aus. Die Verschuldungsspirale schnürte der Wirtschaft die Kehle zu. Im Dezember 2001 rutschte Argentinien in den Finanzcrash. Breite Bevölkerungsschichten verarmten, auch in anderen Ländern Südamerikas. Die Kriminalität nahm zu und bleibt bis heute extrem hoch.

Der Subkontinent ist bis dato politisch tief gespalten: Auf der einen Seite stehen soziale Bewegungen, die erstarkt sind und mehr Rechte einfordern. Auf der anderen Menschen, die sich einen konservativ-wirtschaftsliberalen Kurs wünschen. So wechseln die Regierungen der südamerikanischen Staaten häufig hin und her – ebenso wie die wirtschaftlichen und politischen Perspektiven ständigen Veränderungen unterworfen sind.

rio.tv@ard.de

Video: Das Studio Rio de Janeiro stellt sich vor

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