Skip to Content

Anja Miller

Korrespondentin, BR
ARD-Studio Rom

Lange Jahre kannte ich Rom vor allem im August, denn die Vertretungen werden natürlich dann eingesetzt entsandt, wenn der Korrespondent ganz sicher nicht da ist: und das ist im August. Eigentlich ist keiner im August in Rom, außer Touristen. Was die Arbeit der Urlaubsvertretung nicht leichter macht. Anfangs sind vielleicht noch ein paar Jalousien offen, spätestens an Ferragosto geht auch der Letzte, der es sich leisten kann, ans Meer – und man bleibt in dieser drückenden, feuchten Hitze zurück. Und trotzdem ist für mich selbst im August Rom der schönste Ort der Welt. Meine Tochter, die im August Geburtstag hat, lernte früh die wundervoll verzierten Torten und üppig-glitzernd verpackten Geschenke kennen und schätzen - wenn man auch sonst mit Kleinkindern in Rom nicht viel machen kann. Sechs Jahre lang war ich Leiterin der Fernsehaktualität beim Bayerischen Rundfunk, Rundschau, Abendschau, ARD-Aktuell, da blieb für Vertretungen leider keine Zeit. Dafür waren wir in fast allen Ferien zwischen Gardasee, Marken und Apulien unterwegs - Hauptsache Italien! Feste Korrespondentin in Rom zu werden, das war immer mein beruflicher Herzenswunsch. Der Traum hat sich jetzt erfüllt. Italien, Griechenland, Malta, Vatikan – was für ein Berichtsgebiet! Die Studios arbeiten mittlerweile crossmedial und irgendwer sendet immer und braucht etwas. Trotzdem hält sich bei den Kollegen im Heimatsender die feste Vorstellung, man gehe zum Capuccinotrinken nach Rom. Ich denke, in Coronazeiten hat sich dieses Klischee überholt. Für alle Auslandskorrespondenten ist die Situation in ihren Ländern eine enorme zusätzliche Herausforderung geworden. Ich freue mich, jetzt zu diesem Kreis gehören zu dürfen und über ein fantastisches Team in Rom und Athen!

Aktuelle Beiträge auf tagesschau.de