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Claudia Buckenmaier

Korrespondentin, NDR
ARD-Studio Washington

Der Regen klatscht ins Gesicht. Auf dem Ohr das Kommando „Achtung, noch zehn Sekunden.“ Ein Live-Aufsager für die Tagesschau um 20 Uhr. Sicher, das sind widrige Bedingungen, aber was ist das im Vergleich zu dem, was Zehntausende Menschen erleiden. Hurrikan Harvey hängt noch immer über der Millionenmetropole Houston. Viele Stadtviertel stehen unter Wasser. Wir sind kurzfristig für die Berichterstattung von Washington nach Texas geflogen. Und so wird eine Naturkatastrophe, und nicht etwa eine Meldung aus dem Weißen Haus, zu meiner ersten Bewährungsprobe auf der neuen Stelle.

Dabei kann, seit Donald Trump Präsident ist, jeder Tag eine Überraschung bringen. Oft ändert sich die Nachrichtenlage von jetzt auf gleich. Auch wegen der Zeitverschiebung. In wenigen Minuten sind politische Einordnungen und Analysen gefragt - von einem sehr mächtigen Regierungschef und seinem oft erratisch wirkenden Handeln, von einem Präsidenten, der einen Großteil seiner Politik via Twitter verkündet.

Aber meine Aufgabe als Korrespondentin in den USA ist es vor allem, die vielbeschworene Blase Washington zu verlassen, Geschichten aus dem Land zu erzählen, zu fragen, wie die Menschen da draußen all das sehen, was in der Hauptstadt vor sich geht. Jede Reise wird neue Erkenntnisse bringen, wird frühere, vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen. Und genau das ist es, was ich an diesem Beruf so liebe.

Zur Person: Seit 1992 arbeite ich für den NDR. Alles begann mit einem klassischen Volontariat, nachdem ich nach einem Jahr in Frankreich mein Politik- und Germanistikstudium in Tübingen und Frankfurt abgeschlossen hatte. Es folgten sechs Jahre in der NDR-Auslandsredaktion, zuerst als freie Mitarbeiterin, dann als Redakteurin und Moderatorin des Auslandsmagazins „Weltbilder“. Zu meiner Aufgabe gehörten auch zahlreiche Vertretungen in den ARD-Studios des NDR, in Washington, London, Peking und Tokio. 1999 ging ich dann als Inlandskorrespondentin ins ARD-Hauptstadtstudio nach Berlin und, nach einer mehrmonatigen Zwischenstation in London, 2007 als Studioleiterin nach Stockholm, wo ich für die Berichterstattung aus allen nordischen und baltischen Ländern zuständig war. Ab 2012 leitete ich die Auslandsredaktion des NDR und war dort auch für die ARD-Sendung „Weltspiegel“ zuständig. Und genau für diese Sendung berichte ich nun unter anderem seit dem 1. Juli 2017 aus dem ARD-Studio Washington.