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Natalie Amiri

Korrespondentin, BR

Auch nach dem Atomabkommen geht das Machtspiel innerhalb des Landes zwischen Gemäßigten und Hardlinern unvermindert weiter. Umso spannender ist es, wenn man vor Ort über diesen Balanceakt berichten darf. Ich nenne es einen glücklichen Zufall, denn nur einen Monat vor Abschluss des Atomabkommens, durfte ich die Berichterstattung aus diesem Land übernehmen. Mir ist es sehr wichtig, neben Politik und Wirtschaft auch die iranische Gesellschaft zu beleuchten. Dort hat sich eine Art Schattenwelt parallel zu den alt bekannten Bildern, die man aus dem Iran kennt, etabliert. Viele Menschen orientieren sich in ihren Lebenszielen am Westen. Die junge Bevölkerung - über 60 Prozent der Iraner sind unter 30 Jahre alt - definiert sich neu. Der Iran ist für mich kein Neuland. Mein Vater ist Iraner. Er verließ den Iran bereits vor über 50 Jahren. Doch immer wieder reisten wir dorthin. Die Islamische Revolution und der Iran-Irak Krieg vollzogen sich vor meinen Augen, während das Land seine tiefen Narben erhielt. Nach meinem Studium der Diplom-Orientalistik in Bamberg zog ich in den Iran, arbeitete zunächst in der Presseabteilung der Deutschen Botschaft in Teheran. Später wurde ich journalistisch im ARD-Studio tätig und konnte endlich das machen, was mich jedes Mal mit Glück erfüllt: Geschichten erzählen, die erzählt werden müssen. In München moderiere ich zusätzlich seit 2014 den ARD-Weltspiegel und den Euroblick im BR-Fernsehen.