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Uwe Schwering

Studioleiter, NDR
Tokio

38 Millionen. Gemütlich. Die Enge japanischer Großstädte ist legendär. Japans Gesellschaft altert dramatisch, die Gesamtbevölkerung schrumpft, nur dieses Tokio wächst. Wie kriegen die Menschen das bloß hin, sich da nicht gegenseitig an die Gurgel zu gehen? Das funktioniert nur in einer Gruppengesellschaft, in der das Ganze immer wichtiger ist als der Einzelne (Sprichwort: ‚Nägel, die raus stehen, werden eingeschlagen’). Und regeln tun das Miteinander viele Regeln. So viele, dass ich als jemand aus einer westlichen Individualgesellschaft nur mit dem Kopf schütteln kann. Besonders dann, wenn das mal wieder die Dreharbeiten behindert, man aber nicht nach dem ‚Warum’ fragen darf. Oder soll. Bringt auch nix. Leider bleibt von diesem engen Korsett in der westlichen Wahrnehmung oft nichts anderes als ‚Höflichkeit’ übrig, also Folklore. Ich freue mich natürlich über die unaufgeregten Menschen hier, sehr erholsam nach einem langen Tag. Aber ich stelle mir das auch sehr anstrengend vor, nicht raus zu können oder zu dürfen aus seiner Haut.

Geboren bin ich in Marl, aufgewachsen in Haltern am See, studiert habe ich in Münster. 1994/95 volontierte ich beim NDR. Nach freier Mitarbeit wurde ich dort 1997 Fernseh-Redakteur und ARD-Korrespondent für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. 2000 ging ich in die NDR-Auslandsredaktion, war verantwortlich für den „Weltspiegel“ aus Hamburg. Von 2003 bis 2008 durfte ich ARD-Korrespondent in London sein, danach Leiter der NDR-Auslandsredaktion. Seit Herbst 2014 bin ich nun ARD-Korrespondent für Ostasien und Studioleiter in Tokio.